8 Anzeichen dafür, den Job zu wechseln

Es gibt es eine extrem hohe Unzufriedenheit unter den Angestellten in Deutschland. Laut einer Umfrage der Zeitschrift Fokus, haben 87 Prozent der deutschen Arbeitnehmer „Null Bock auf ihren Job“.  

Die gute Nachricht: Die meisten Arbeitnehmer haben im Moment - aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage - sehr gute Chancen, daran etwas zu ändern. 

Lena Hedemann by Dein-Lebenslauf.com
© Adrianna Calvo

Jetzt kannst du es selbst in die Hand nehmen!

Die folgende Checkliste soll dir dabei helfen, herauszufinden, welcher Schritt für dich der Richtige ist. Ist es auch für dich Zeit, den Job zu wechseln?

1. Bauchgefühl

Eine ganz simple Methode, die ich auch bei anderen Entscheidungen manchmal nutze, ist das Werfen einer Münze. Probiere es einmal aus: Zahl steht für bleiben, die andere Seite für gehen. Die Entscheidung an den Zufall abgeben? Nein, das empfehle ich damit nicht. Denn viel spannender finde ich dabei zu beobachten, wie du dich mit dem Ergebnis fühlst:

 

Nehmen wir an, die Münze fällt auf die Zahl und damit für die Entscheidung zu bleiben. Bist du in diesem Moment enttäuscht oder erleichtert? Durch diesen einfachen Trick bekommst du ganz einfach einen Zugang zu deinem Bauchgefühl. Und der Bauch weiß oftmals mehr, als der Verstand.

2. Neid

Gibt es jemanden auf den du neidisch bist? Neid ist ein ganz hervorragendes Indiz, aus dem sich eine Menge ableiten lässt. Neid bedeutet, dass da jemand ist, der etwas hat, was du auch gerne hättest. Und du hältst es außerdem auch für möglich, dass du es auch haben könntest. Würdest du es für ganz und gar unmöglich halten, etwas Vergleichbares auch haben zu können, dann wärst du in der Regel gar nicht neidisch.

 

Deswegen lohnt es sich hier ganz besonders hinzuschauen: Es kann einerseits einen wichtigen Hinweis geben auf das, was du dir wünscht. Andererseits kannst du dir jetzt schon selbst gratulieren: Denn ein Teil von dir scheint schon Vertrauen zu haben, dass du es auch erreichen kannst.

3. Geld

Hast du dich schon einmal gefragt, was du tun würdest, wenn Geld keine Rolle spielt? Wenn du dir das nur schwer vorstellen kannst, dann nimm einfach einmal an, du hättest für ein Jahr das bedingungslose Grundeinkommen gewonnen. Was würdest du dann tun? Wenn deine erste Antwort lautet „Kündigen!“, dann ist dies ein recht eindeutiges Zeichen, dass der Wunsch nach Veränderung bei dir groß ist.

4. Feierabend

Wie fühlst du dich, wenn du nach der Arbeit nach Hause kommst? Schaust du mit Freude auf den Tag zurück und bist zufrieden mit dem, was du geleistet hast? Wer abends keine Energie mehr hat und sich dauerhaft ausgelaugt fühlt, hat allen Grund über eine Veränderung nachzudenken.

5. Talente

Kannst du bei der Arbeit deine Talente einsetzen? Hast du die Möglichkeit dein Potential zu nutzen? Wer regelmäßig unterfordert ist, fühlt sich über kurz oder lang gefrustet. Vielleicht findest du einen Weg, deine Talente in deiner Freizeit einzubringen und dich dort zu verwirklichen. Oder aber du machst dich auf die Suche, wie du dies auch im Job haben kannst. Sich umschauen, ob und wie es möglich ist, lohnt sich allemal.

6. Werte

Moderne Unternehmen erkennen nun immer mehr, wie wichtig es ist, dass ihre Mitarbeiter zu den Unternehmenswerten passen. Kannst du dich mit den Werten deines Unternehmens identifizieren und diese vertreten? Kennst du die Werte deines Unternehmens überhaupt?

 

Möglicherweise bist du eher innovativ und offen für neue Ideen. Wenn du allerdings in einem Unternehmen arbeitest, welches für Tradition steht und nicht offen für Veränderungen ist, kann dies einer der wesentlichen Gründe sein, weshalb du unzufrieden bist. Dann wird auch eine Gehaltserhöhung oder Beförderung nichts daran ändern.

7. Montag

Wie geht es dir am Montagmorgen? Freust du dich auf die neue Arbeitswoche oder zählst du bereits jetzt die Minuten bis zum nächsten Wochenende? Wenn du dich einmal bewusst am Montag beobachtest, kann dir das eine ehrliche Antwort zu deiner momentanen Situation geben.

8. Chef

Das Marktforschungsinstitut Gallup fand heraus: „In vielen Unternehmen ignorieren Führungskräfte nach wie vor die zentralen Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Mitarbeiter.“ Deshalb ist der häufigste Grund, weshalb Arbeitnehmer ihre Stelle wechseln, das mangelhafte Verhalten ihrer Führungskraft.

 

Wie geht es dir mit der Zusammenarbeit? Bekommst du die Art von Wertschätzung und Unterstützung, die du dir wünscht? Wenn es hier eine große Unzufriedenheit gibt, dann kann es angebracht sein, dass du dir nun die Zeit nimmst, realistisch einzuschätzen, ob sich daran in Zukunft überhaupt etwas ändern lässt.

Fazit

Klar ist: Wer einen falschen Job macht und/oder mit falschen Rahmenbedingungen arbeitet, ist nicht nur unglücklich und unausgeglichen, sondern wird irgendwann vielleicht sogar krank. Die Chancen stehen gut wie nie, daran etwas zu verändern. Wer sich einfach einmal umsieht, welche Möglichkeiten es gibt und ein paar Bewerbungen schreibt, kann am Ende nur gewinnen.

 

Entweder es kommt ein besserer Job dabei heraus oder man sagt völlig risikolos das neue Jobangebot ab und hat einmal seinen Marktwert getestet. Und damit lässt es sich dann auch in die nächste Gehaltsverhandlung mit einem gestärkten Selbstbewusstsein gehen.

Über die Autorin

Lena Hedemann by Dein-Lebenslauf.com
Foto: © Carola Plöchinger

Dieser Artikel wurde von Lena Hedemann geschrieben, die als systemische Coach in Berlin arbeitet. Sie begleitet Menschen aus verschiedensten Berufs- und Altersgruppen bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Dabei ist sie insbesondere spezialisiert auf Berufungs- und Karrierecoachings, mit denen sie bei beruflichen (Neu-) Orientierungen zur Seite steht.

 

Mehr Informationen zu ihrer Arbeit findet ihr unter www.lena-hedemann.de